06.03.2014, 23:27 Uhr

Wohnungsgesellschaft Stahnsdorf bleibt Spielball der Politik
Darlehensablösung verhindert notwendige Investitionen in den Wohnungsbestand

Die Wohnungsgesellschaft Stahnsdorf mbH (WOGES) bleibt eins der Lieblingsspielzeuge von Bürgermeister Bernd Albers. In der jüngsten Gemeindevertretersitzung setzte er durch, dass Restmittel aus plötzlich aufgetreten Überschüssen der Gemeinde für Tilgung von Krediten der Gemeinde Stahnsdorf verwendet werden, statt endlich in die Qualität des gemeindeeigenen Wohnraums zu investieren. Auf Vorschlag des Bürgermeisters tilgt die Gemeinde ihre eigenen Darlehen und entlastet die WOGES damit nur indirekt.

Daniel Mühlner, CDU-Spitzenkandidat für die Kommunalwahlen, erklärt: „Bürgermeister Bernd Albers steht einer nachhaltigen Verbesserung der wirtschaftlichen Situation der WOGES erneut im Wege. Bereits die Herauslösung des Kerngeschäfts war ein Bärendienst, trotz der Ablösung von zwei Darlehen der Gemeinde bleibt die Kreditbelastung der WOGES  in Millionenhöhe gleich und schnelle Investitionen unmöglich.“

„Für die WOGES ist mit der Rückzahlung der Gemeindedarlehen eigentlich nichts gewonnen.“ stellt Mühlner fest. Dabei wäre eine gute Lösung so einfach zu erreichen: Das aktuelle Zinstief könnte genutzt werden, um die bestehenden Darlehen umzuschulden und die Rückzahlung in die Bücher der Gemeinde zu übernehmen, denn dort gehört sie hin.  Die 1,4 Millionen Euro könnten dann sofort zur Finanzierung von Investitionen in die Qualität des gemeindeeigenen Wohnraums der WOGES eingebracht und genutzt werden.

 

Dass solche Investitionen sofort notwendig sind, zeigt das Beispiel der Potsdamer Allee 62, wo die Anwohner sich bereits beschweren. Die Fassade bröckelt und die Fensterläden sind Schrott. Nötig ist hier schon fast eine Grundsanierung, vor allem müsste der große, ungenutzte Dachboden zu Wohnraum umgebaut und das Gebäude dringend wärmeisoliert werden.

Gleichwohl berichtete die Lokalpresse über die Ablösung etwaiger Darlehen der gemeindeeigenen Wohnungsgesellschaft. Diese Meldung ist nicht richtig, weil die Gemeinde Stahnsdorf Darlehensnehmer war und damit die jetzt beschlossene Zahlung dafür sorgt, dass die Verbindlichkeiten der Gemeinde sinken. Die WOGES wird nur von der periodischen Rückzahlung des Darlehens befreit.